
Mit zunehmenden Hitzeperioden wird vermehrt eine Reduktion der Fensterflächen gefordert. Das ist nachvollziehbar, wenn der sommerliche Wärmeschutz allein durch Rafflamellenstoren erfolgt: Bleiben sie tagsüber geschlossen, werden die Innenräume dunkel und verlieren ihre Beziehung nach aussen.
Dieses Umbauprojekt unseres Büros in Zürich-Höngg zeigt eine Alternative. Vor dem grossen Fenster liegt ein von einer Glyzinie bewachsener Balkon. Im Sommer sorgt das dichte Laub für natürliche Beschattung – auch ohne heruntergelassene Storen. Nach dem Laubfall kann die tief stehende Wintersonne weit in den Raum dringen.
So wirken Architektur, Vegetation und Jahreszeiten als ein System: mit sommerlichem Wärmeschutz, solaren Gewinnen im Winter, viel Tageslicht und einem Raumgefühl wie im Baumhaus.
Glyzinie, 1991 gepflanzt.